Ausgeschlossen


Seit Jahren versucht die Politik das Betteln auf den Straßen einzuschränken. Heftigst werden Bettelverbote und diverse andere Maßnahmen diskutiert. Jetzt treten neue Gruppen in den Fokus der politischen Akteure, die Obdachlosen. Sie werden aufgefordert ihre Schlafplätze zu verlassen und müssen gegebenenfalls eine Strafe zahlen.
Darin zeigt sich die Tendenz einer Gesellschaft, die auszuschließen, die zu vertreiben, die aus dem eigenen Gesichtsfeld zu verbannen, die einen Stachel in unserem Wohlstand bilden. Wir wollen nicht nur ein makelloses Leben führen, sondern auch dem Makellosem nicht begegnen. Die Bettler und Obdachlosen und sonstigen randständigen Personen symbolisieren die Schwächen unserer Wohlstandsgesellschaft mit Schönheitsfehlern.
„Hilfe zur Selbsthilfe“ ist das oberste Gebot jeder vernünftigen, nicht paternalistischen Unterstützung. D.h. in der Hilfestellung ist die Entscheidungsfreiheit zu respektieren. Jedoch müssen wir auch damit leben lernen, dass es immer Menschen geben wird, für die es unmöglich ist – auch bei größten Hilfsangeboten -, ihr Leben zu ändern. Eine Gesellschaft – vor allem wenn es ein solch reiche Gesellschaft ist wie unsere – muss solche Menschen aushalten können, darf solche Menschen nicht einfach fallen lassen und aussondern..

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