Konservative Kritik am Papst


Dieser Beitrag von der Seite katholisches.info hat mich jetzt angeregt, einen kurzen Blog-Beitrag zu schreiben. Denn die Konservative tut nichts anderes als das, was den Progressiven vorwirft.

  1. Was mich wirklich verwundert, ist das große Wissen über die Vorgänge im streng geheimen Konklave. Mit der Darstellung, welche Gruppierungen Bergolio favorisierten und wer sich dann anschloss, wird letztlich das Bild verfestigt, dass es eine rein menschliche Wahl ist und der Papst nicht wirklich ein von Gott Berufener ist. Gerade bei einem Papst, mit dem sich die Konservative schwer tut, ist das nur zweckmäßig.
  2. Bischof Krenn wird aus dem Hut gezaubert und als Vorbild hingestellt. Also derjenige Bischof, der in einem Interview gesagt hat, dass „die Kritiker das Maul“ halten sollen, wird als leuchtendes Beispiel für die Darstellung der christlichen Lehre in den Medien stilisiert. Damit verbindet sich die Kritik am Papst und an den Bischöfen, in den Medien zu zeitgeistig zu sein und die „heißen Eisen“ lieber nicht ansprechen zu wollen; man konstatiert ihnen also Feigheit.
  3. Kritik am Papst und den Bischöfen scheint also durchaus auch für Konservative legitim zu sein. D.h. nicht alles ist mit blindem Gehorsam einfach hinzunehmen. Dann muss das Recht wohl auch für Progessive gelten, die nicht alles gut geheißen haben, was P. Benedikt XVI. getan hat. Und das bedeutet auch, dass Christen im Allgemeinen nichts mit blindem Gehorsam entgegen nehmen müssen.
  4. Die Kritik am Papst ist widersprüchlich: Man konstatiert einerseits zu wenig Tatendrang des Papstes, wirft ihm andererseits aber vor, dass er noch immer keinen neuen Staatssekretär ernannt hat. Hätte er das sofort gemacht und noch dazu Erzbischof Gänswein und Zeremoniär Marini ausgetauscht, hätte man ihm noch mehr vorgeworfen, mit der Ära Benedikts zu brechen und das genaue Gegenteil zu tun. Auch das wirft man ihm ja vor, sieht aber nicht, dass er genau jenes Personal bis heute beibehalten hat.
  5. Die Vatikanbank wird als Nebensächlichkeit hingestellt, weil sie im Vergleich zu anderen Banken so klein und unwichtig sei. Diese Kritik übersieht, dass eine kirchliche Bank, die sich der Korruption schuldig macht, egal wie groß die Summen sind, der Glaubwürdigkeit der Kirche massiv schadet. Wenn die Kirche mit ihrem wirtschaftlichen Einrichtungen nicht nach ethischen Kriterien handelt, dann hat sie in punkto Wirtschaftsethik komplet verspielt. Damit verspielt sie aber auch ihre Glaubwürdigkeit vom Leben der Menschen zu wissen; denn jeder Mensch ist vom gegenwärtigen Wirtschaften betroffen. Eine arme Kirche für die Armen muss sich dem eigenen Umgang mit den materiellen Dingen stellen.
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