Papstzitate zur Familie


Hier eine Zusammenstellung einiger Zitate von Papst Franziskus zum Thema Familie:



Arbeitswelt und Familie
Ich ermutige euch, eure Anstrengungen im Bereich der Förderung des Menschen (human promotion) zu vervielfachen, so dass jeder Mann und jede Frau die Freude verspüren kann, die von der Würde herrührt, das tägliche Brot zu verdienen und die eigene Familie zu ernähren. Diese Würde ist aber zur Zeit bedroht von dieser Kultur des Geldes, die so viele Menschen in die Arbeitslosigkeit treibt… Wir können sagen: „Pater, wir geben ihnen zu essen.“ Aber das genügt nicht! Der Mensch, der ohne Arbeit ist, muss in seinem Herzen die Würde verspüren, das Brot nach Hause zu bringen, sich sein Brot zu verdienen! Das Engagement dafür übertrage ich Euch. (Ansprache an die Leiter des Laienapostolates in Korea 16.8.2014)

Bedeutung und Krise von Familie und Ehe heute
Die Familie macht eine tiefe kulturelle Krise durch wie alle Gemeinschaften und sozialen Bindungen. Im Fall der Familie wird die Brüchigkeit der Bindungen besonders ernst, denn es handelt sich um die grundlegende Zelle der Gesellschaft, um den Ort, wo man lernt, in der Verschiedenheit zusammenzuleben und anderen zu gehören, und wo die Eltern den Glauben an die Kinder weitergeben. Die Ehe wird tendenziell als eine bloße Form affektiver Befriedigung gesehen, die in beliebiger Weise gegründet und entsprechend der Sensibilität eines jeden verändert werden kann. Doch der unverzichtbare Beitrag der Ehe zur Gesellschaft geht über die Ebene der Emotivität und der zufälligen Bedürfnisse des Paares hinaus. Wie die französischen Bischöfe darlegen, geht sie nicht hervor » aus dem Gefühl der Liebe, das definitionsgemäß vergänglich ist, sondern aus der Tiefe der von den Brautleuten übernommen Verbindlichkeit, die zustimmen, eine umfassende Lebensgemeinschaft einzugehen. « (Evangelii Gaudium 66)

Der postmoderne und globalisierte Individualismus begünstigt einen Lebensstil, der die Entwicklung und die Stabilität der Bindungen zwischen den Menschen schwächt und die Natur der Familienbande zerstört. Das seelsorgliche Tun muss noch besser zeigen, dass die Beziehung zu unserem himmlischen Vater eine Communio fordert und fördert, die die zwischenmenschlichen Bindungen heilt, begünstigt und stärkt. (Evangelii Gaudium 67)

In einer Zeit der großen Krise für das Familienleben – wir alle wissen es – sind unsere christlichen Gemeinschaften aufgerufen, die verheirateten Paare und die Familien in der Erfüllung ihrer eigentlichen Sendung im Leben der Kirche und der Gesellschaft zu unterstützen. Die Familie bleibt der grundlegende Baustein unserer Gesellschaft und die erste Schule, in der Kinder die menschlichen, spirituellen und moralischen Werte lernen, die sie befähigen, ein Leuchtturm der Güte, der Lauterkeit und der Gerechtigkeit in unseren Gemeinschaften zu sein. (Ansprache an die Leiter des Laienapostolates in Korea 16.8.2014)

Es ist unbestreitbar, dass viele sich enttäuscht fühlen und aufhören, sich mit der katholischen Tradition zu identifizieren; dass die Zahl der Eltern steigt, die ihre Kinder nicht taufen lassen und sie nicht beten lehren und dass eine gewisse Auswanderung in andere Glaubensgemeinschaften zu verzeichnen ist. Einige Ursachen dieses Bruches sind: der Mangel an Raum für den Dialog in der Familie, der Einfluss der Kommunikationsmittel, der relativistische Subjektivismus, der ungehemmte Konsumismus, der den Markt anregt, das Fehlen einer pastoralen Begleitung für die Ärmsten, der Mangel an herzlicher Aufnahme in unseren Einrichtungen und unsere Schwierigkeit, in einer multireligiösen Umgebung den übernatürlichen Zugang zum Glauben neu zu schaffen. (Evangelii Gaudium 70)

Christen im Einsatz für die Familie
Doch zuallererst und der Gerechtigkeit halber muss ich sagen, dass der Beitrag der Kirche in der heutigen Welt enorm ist. Unser Schmerz und unsere Scham wegen der Sünden einiger Glieder der Kirche und wegen unserer eigenen Sünden dürfen nicht vergessen lassen, wie viele Christen ihr Leben aus Liebe hingeben. Sie helfen vielen Menschen, sich in unsicheren Krankenhäusern behandeln zu lassen oder dort in Frieden zu sterben; in den ärmsten Gegenden der Erde begleiten sie Menschen, die Sklaven verschiedener Abhängigkeiten geworden sind; sie opfern sich auf in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen; sie kümmern sich um alte Menschen, die von allen verlassen sind; sie versuchen, in feindlicher Umgebung Werte zu vermitteln oder sie widmen sich auf viele andere Arten, die die grenzenlose Liebe zur Menschheit deutlich machen, die der Mensch gewordene Gott uns eingegeben hat. (Evangelii Gaudium 76)

Ehe als Zeichen der Liebe Gottes und Berufung
Vor allem denke ich an die dauerhafte Verbindung von Mann und Frau in der Ehe. Sie entsteht aus ihrer Liebe, die Zeichen und Gegenwart der Liebe Gottes ist, und aus der Anerkennung und Annahme des Gutes der geschlechtlichen Verschiedenheit, durch welche die Ehegatten ein Fleisch werden können (vgl. Gen 2,24) und fähig sind, neues Leben zu zeugen, das Ausdruck der Güte des Schöpfers, seiner Weisheit und seines Plans der Liebe ist. Auf diese Liebe gegründet, können sich Mann und Frau mit einer Geste, die ihr ganzes Leben mit einbezieht und in vielen Zügen an den Glauben erinnert, die gegenseitige Liebe versprechen. Eine Liebe zu versprechen, die für immer gilt, ist möglich, wenn man einen Plan entdeckt, der größer ist als die eigenen Pläne, der uns trägt und uns erlaubt, der geliebten Person die ganze Zukunft zu schenken. Der Glaube hilft auch, die Zeugung von Kindern in ihrer ganzen Tiefe und ihrem ganzen Reichtum zu erfassen, da er darin die Schöpferliebe erkennen lässt, die uns das Geheimnis eines neuen Menschen schenkt und anvertraut. (Lumen fidei 52) Junge Menschen, die voller Freude und Mut die Wahl, die Entscheidung, getroffen haben, eine Familie zu gründen. Ja, das stimmt wirklich: es gehört Mut dazu, eine Familie zu gründen! Eine ordentliche Portion Mut! Und die Frage, die ihr jungen Eheleute mir gestellt habt, schließt an die zur Berufung an. Denn was ist die Ehe? Eine richtige Berufung, genauso wie es das Priesteramt und das Ordensleben sind. Zwei Christen, die heiraten, haben in ihrer Liebesgeschichte den Ruf des Herrn erkannt; die Berufung, aus zwei Menschen, einem Mann und einer Frau, ein Fleisch, ein Leben werden zu lassen. (Begegnung mit der umbrischen Jugend vor der Basilika „Santa Mari degli Angeli“ 4.10.2013)

Elterliche Aufgabe bei der Glaubenserziehung
So kann das Kind von anderen, von seinen Eltern und Paten, unterstützt und in ihrem Glauben aufgenommen werden, der der Glaube der Kirche ist und der durch das Licht symbolisiert wird, das der Vater während der Taufliturgie von der Osterkerze entnimmt. Diese Struktur der Taufe hebt die Bedeutung des Zusammenwirkens von Kirche und Familie bei der Weitergabe des Glaubens hervor. Nach einem Wort des heiligen Augustinus sind die Eltern berufen, ihre Kinder nicht nur zum Leben zu zeugen, sondern sie zu Gott zu bringen, damit sie durch die Taufe als Kinder Gottes wiedergeboren werden und das Geschenk des Glaubens empfangen. So werden ihnen zusammen mit dem Leben die Grundorientierung des Daseins und die Sicherheit einer guten Zukunft gegeben. Diese Grundorientierung wird dann im Sakrament der Firmung mit dem Siegel des Heiligen Geistes weiter gestärkt. (Lumen fidei 43)

In der Familie begleitet der Glaube alle Lebensalter, angefangen von der Kindheit: Die Kinder lernen, der Liebe ihrer Eltern zu trauen. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern gemeinsam den Glauben in der Familie praktizieren und so die Reifung des Glaubens der Kinder begleiten. Vor allem die jungen Menschen, die in einem Lebensalter stehen, das für den Glauben so vielschichtig, reich und wichtig ist, sollen die Nähe und Zuwendung der Familie und der kirchlichen Gemeinde auf ihrem Weg des Wachsens im Glauben spüren. Wir alle haben gesehen, wie auf den Weltjugendtagen die jungen Menschen ihre Freude am Glauben und das Bemühen erkennen lassen, einen immer festeren und großherzigeren Glauben zu leben. Die jungen Menschen wollen Großes im Leben. (Lumen fidei 53)

Frauen in der Familie, Gesellschaft und Kirche
Doppelt arm sind die Frauen, die Situationen der Ausschließung, der Misshandlung und der Gewalt erleiden, denn oft haben sie geringere Möglichkeiten, ihre Rechte zu verteidigen. Und doch finden wir auch unter ihnen fortwährend die bewundernswertesten Gesten eines täglichen Heroismus im Schutz und in der Fürsorge für die Gebrechlichkeit in ihren Familien. (Evangelii Gaudium 212)

Die Kirche erkennt den unentbehrlichen Beitrag an, den die Frau in der Gesellschaft leistet, mit einem Feingefühl, einer Intuition und gewissen charakteristischen Fähigkeiten, die gewöhnlich typischer für die Frauen sind als für die Männer. Zum Beispiel die besondere weibliche Aufmerksamkeit gegenüber den anderen, die sich speziell, wenn auch nicht ausschließlich, in der Mutterschaft ausdrückt. Ich sehe mit Freude, wie viele Frauen pastorale Verantwortungen gemeinsam mit den Priestern ausüben, ihren Beitrag zur Begleitung von Einzelnen, von Familien oder Gruppen leisten und neue Anstöße zur theologischen Reflexion geben. (Evangelii Gaudium 103)

Kinder und Alte
Als Erzbischof in meiner früheren Diözese hatte ich mehr als heute die Gelegenheit, regelmäßig mit den Kindern und Jugendlichen zu sprechen. Dabei ist mir aufgefallen, dass sie an »orfandad «, an Verwaistsein, litten. Unsere Kinder, unsere Jugendlichen leiden an Verwaistsein! Ich denke, dass es in Rom genauso ist. Die Jugendlichen sind Waisen: es fehlt ihnen ein sicherer Weg, den sie gehen können, ein Lehrer, dem sie vertrauen können; es fehlen ihnen Ideale, die das Herz erwärmen, und Hoffnungen, die sie bei den alltäglichen Mühen unterstützen. Es sind Waisen, aber in ihren Herzen halten sie den Wunsch nach all dem wach. Das ist die Gesellschaft der Waisen. Denken wir darüber nach, es ist wichtig. Waisen, ohne Erinnerung an die Familie: weil zum Beispiel die Großeltern fern sind, in einem Altenheim; sie spüren deren Präsenz nicht, jene Erinnerung an die Familie; Waisen, ohne die Zuneigung von heute, oder eine viel zu schnelle Geste der Liebe. Der Vater ist müde, die Mutter ist müde, sie gehen schlafen… Und sie bleiben Waisenkinder. (Ansprache aus Anlass der Eröffnung des römischen Diözesanpastralkongresses 16.6.2014)

In dieser Welt, wo die Macht, das Geld im Mittelpunkt steht, werden die Jugendlichen vertrieben. Werden die Kinder vertrieben – wir wollen keine Kinder, wir wollen weniger von ihnen, kleine Familien: Man will keine Kinder. Die alten Menschen werden vertrieben: Viele alte Menschen sterben durch eine versteckte Euthanasie, weil man sich nicht um sie kümmert, und sie sterben. Und jetzt werden die Jugendlichen vertrieben. Denkt nur, dass in Italien zum Beispiel die Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen unter 25 Jahren fast 50 Prozent beträgt; in Spanien sind es 60 Prozent, und in Andalusien, in Südspanien, sind es fast 70 Prozent… Ich weiß nicht, wie hoch die Arbeitslosenrate in Belgien ist…“ (Im Gespräch mit Jugendlichen aus Belgien 31.3.2014)

Kirche als Vater
Eine Kirche „im Aufbruch“ ist eine Kirche mit offenen Türen. Zu den anderen hinauszugehen, um an die menschlichen Randgebiete zu gelangen, bedeutet nicht, richtungs- und sinnlos auf die Welt zuzulaufen. Oftmals ist es besser, den Schritt zu verlangsamen, die Ängstlichkeit abzulegen, um dem anderen in die Augen zu sehen und zuzuhören, oder auf die Dringlichkeiten zu verzichten, um den zu begleiten, der am Straßenrand geblieben ist. Manchmal ist sie wie der Vater des verlorenen Sohns, der die Türen offen lässt, damit der Sohn, wenn er zurückkommt, ohne Schwierigkeit eintreten kann. (Evangelii Gaudium 46)

Kommunion
Alle können in irgendeiner Weise am kirchlichen Leben teilnehmen, alle können zur Gemeinschaft gehören, und auch die Türen der Sakramente dürften nicht aus irgendeinem beliebigen Grund geschlossen werden. Das gilt vor allem, wenn es sich um jenes Sakrament handelt, das „die Tür“ ist: die Taufe. Die Eucharistie ist, obwohl sie die Fülle des sakramentalen Lebens darstellt, nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen. Diese Überzeugungen haben auch pastorale Konsequenzen, und wir sind berufen, sie mit Besonnenheit und Wagemut in Betracht zu ziehen. Häufig verhalten wir uns wie Kontrolleure der Gnade und nicht wie ihre Förderer. Doch die Kirche ist keine Zollstation, sie ist das Vaterhaus, wo Platz ist für jeden mit seinem mühevollen Leben. (Evangelii Gaudium 47)

Pfarre und Familie
„Die Pfarrei ist keine hinfällige Struktur; gerade weil sie eine große Formbarkeit besitzt, kann sie ganz verschiedene Formen annehmen, die die innere Beweglichkeit und die missionarische Kreativität des Pfarrers und der Gemeinde erfordern. Obwohl sie sicherlich nicht die einzige evangelisierende Einrichtung ist, wird sie, wenn sie fähig ist, sich ständig zu erneuern und anzupassen, weiterhin » die Kirche [sein], die inmitten der Häuser ihrer Söhne und Töchter lebt «.Das setzt voraus, dass sie wirklich in Kontakt mit den Familien und dem Leben des Volkes steht und nicht eine weitschweifige, von den Leuten getrennte Struktur oder eine Gruppe von Auserwählten wird, die sich selbst betrachten.“ (Evangelii Gaudium 28)

Predigt und Verkündigung als Verhältnis von Mutter und Kind
Wir haben gesagt, dass das Volk Gottes durch das ständige Wirken des Geistes in ihm fortwährend sich selber evangelisiert. Was bringt diese Überzeugung für den Prediger mit sich? Sie erinnert uns daran, dass die Kirche Mutter ist und zum Volk so predigt wie eine Mutter, die zu ihrem Kind spricht im Bewusstsein, dass das Kind darauf vertraut, dass alles, was sie es lehrt, zu seinem Besten ist, denn es weiß sich geliebt. Außerdem weiß die gute Mutter alles anzuerkennen, was Gott in ihr Kind hineingelegt hat, hört seine Sorgen an und lernt von ihm. Der Geist der Liebe, der in einer Familie herrscht, leitet die Mutter ebenso wie das Kind in ihren Gesprächen, wo gelehrt und gelernt wird, wo man korrigiert und das Gute würdigt; und so geschieht es auch in der Homilie. Der Heilige Geist, der die Evangelien inspiriert hat und der im Volk Gottes wirkt, inspiriert auch die rechte Art, wie man auf den Glauben des Volkes hören muss und wie man in jeder Eucharistie predigen muss. Die christliche Predigt findet daher im Herzen der Kultur des Volkes eine Quelle lebendigen Wassers, sei es, um zu wissen, was sie sagen soll, sei es, um die angemessene Weise zu finden, es zu sagen. (Evangelii Gaudium 139) Die Kirche gibt wie jede Familie den Inhalt ihres Gedächtnisses an ihre Kinder weiter. Wie kann man dies vollbringen, so dass dabei nichts verloren geht und im Gegenteil alles immer mehr vertieft wird im Erbe des Glaubens? Durch die in der Kirche mit Hilfe des Heiligen Geistes bewahrte apostolische Überlieferung stehen wir in lebendiger Verbindung mit dem grundlegenden Gedächtnis. (Lumen fidei 40)

Die Kirche ist eine Mutter, die uns lehrt, die Sprache des Glaubens zu sprechen. (Lumen fidei 38)

Ungeborene Kinder
Unter diesen Schwachen, deren sich die Kirche mit Vorliebe annehmen will, sind auch die ungeborenen Kinder. Sie sind die Schutzlosesten und Unschuldigsten von allen, denen man heute die Menschenwürde absprechen will, um mit ihnen machen zu können, was man will, indem man ihnen das Leben nimmt und Gesetzgebungen fördert, die erreichen, dass niemand das verbieten kann. Um die Verteidigung des Lebens der Ungeborenen, die die Kirche unternimmt, leichthin ins Lächerliche zu ziehen, stellt man ihre Position häufig als etwas Ideologisches, Rückschrittliches, Konservatives dar. Und doch ist diese Verteidigung des ungeborenen Lebens eng mit der Verteidigung jedes beliebigen Menschenrechtes verbunden. Sie setzt die Überzeugung voraus, dass ein menschliches Wesen immer etwas Heiliges und Unantastbares ist, in jeder Situation und jeder Phase seiner Entwicklung. (Evangelii Gaudium 213)

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