Die Dunkle Nacht


Das zentrale, spirituelle Werk des Johannes von Kreuz heißt "Die Dunkle Nacht". Sein Anliegen ist es zu beschreiben, wie sich die Anfänger in der Kontemplation langsam nach vor arbeiten können. Wer auf dem Weg der Kontemplation geht, der beginnt nicht im hellen Licht des Tages, sondern in der Dunkelheit der Nacht.


Die Anfänger zeichnen sich durch sieben Fehlhaltungen aus: Überheblichkeit, Habgier, Unzucht, Zorn, Genusssucht, Neid und Trägheit. Ziel der Dunkelheit ist es, dass Gott den Menschen läutert und reinigt.


Drei Anzeichen für eine solche Dunkle Nacht nennt Johannes:

  1. Der Mensch findet weder an den göttlichen, noch an den menschliche Dingen Trost.

  2. Voll Sorge denkt der Mensch ständig an Gott, weil er befürchtet, Rückschritte zu machen und Gott nicht zu dienen.

  3. Der Mensch kann nicht mehr mit der Vorstellungskraft meditieren.


Diese reinigende Dunkelheit ist nach Johannes von Kreuz keine Gottferne und Gott ist auch kein Sadist. Vielmehr ist die Dunkelheit das Einströmen der Liebe Gottes in den Menschen. Das liebende Licht Gottes, das in den Menschen einströmt, ist so hell, dass der Mensch nichts mehr sieht, sondern vielmehr blind wird. Das absolute Licht wird so zur absoluten Dunkelheit.


Dieses Einströmen der Liebe Gottes ist geheim. Geheim ist dieses Einströmen deshalb, weil wir nicht wissen, wie das geschieht. Es geschieht einfach. Und daher tun wir uns auch schwer darüber zu sprechen.

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