Verborgenheit im Evangelium nach Matthäus


Im Evanglium vom Aschermittwoch (Mt 6,1-18) spricht Jesus vom Almosengeben, Beten und Fasten. Diese drei Handlungen umfassen die drei Grunddimensionen menschlichen Lebens: die Beziehung zu Gott (beten), die Beziehung zu anderen (Almosen geben) und die Beziehung zu mir selbst (fasten).


Anweisung Jesu ist es, diese Dinge im Verborgenen zu tun. Das heißt, nach Außen hin ein Gesicht zu machen, das nicht mit dem in Übereinstimmung steht, was in uns vor sich geht. Dies erst garantiert für uns selbst, dass wir das Gute, das wir tun, um des Guten und nicht um des Ansehens willen tun - auch nicht um des Ansehens vor Gott.


Gott, der das Verborgene sieht, wird es dem Menschen vergelten.


Die Dunkelheit, die Verborgenheit kann ein Ort des Unmoralischen werden, wie wenn der Dieb in der Nacht kommt (Mt 24,43). Aber sie kann auch der Garant für das moralische Handeln sein, wenn das Gute im Verborgenen geschieht.


Jesus sagt zu seinen Jüngern sinngemäß: "Ihr seid das Licht der Welt, das nicht verborgen bleiben kann." (Mt 5,4-16) Gott wird nicht nur das Gute sehen, das wir im Verborgenen tun, sondern er wird auch dafür sorgen, dass unsere guten Taten vor der Welt bekannt sein werden. Das heißt: Es ist nicht unsere Aufgabe, unsere eigene Gutheit vor der Welt zu präsentieren. Gott wird es tun und es ist seine Sache, wann er es tun wird.


Etwas anders verhält es sich mit dem Bekenntnis zu Jesus: Was die Jünger in der Finsternis, im Verborgenen von Jesus gehört haben, sollen sie im Licht aussagen und verkünden (Mt 10,26f.). Dies sagt Jesus in einer Situation, in der er die Jünger ermuntern will, wenn sie vor Gericht stehen. Das heißt: Wenn unser Glaube angefragt wird, dann soll er ans Licht der Öffentlichkeit treten.


Jesus fordert von uns alles ab: Unsere Gutheit sollen wir verbergen, aber das, was uns Kopf und Kragen kosten kann, sollen wir freimütig ans Licht bringen. Gott, der das Verborgene sieht, wird am Ende ohnehin alles ans Licht bringen.

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