Karlheinz Six

Afrikanischer Jesus - Diakon Karlheinz Six

„Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: ‚Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.“

(Brief an die Gemeinde in Rom,
Kapitel 12, Vers 19)

Hallo,

nachdem es im letzten Newsletter um das Ende ging, geht es diesmal um die Zeit nach dem Ende. Oder um einen neuen Anfang.

Sieht man sich die internationale Situation an, haben wir den Eindruck, das etwas Neues beginnt. Dieses Neue nehmen viele Menschen nicht freudig entgegen, sondern es macht ihnen Angst.

Eine Markierung dieses Neuen ist die erneute Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Aber auch generell nehmen wir seit geraumer Zeit das Erstarken von rechten bis rechtsextremen Politiker:innen wahr.

Im Dunstkreis dieser Ideologie spielen auch Christen und der christliche Glaube eine Rolle. Auf der einen Seite unterstützen christliche Kreise rechte Politiker:innen, auf der anderen Seite leisten Christen Widerstand gegen menschenverachtende Politik.

Auf ganz unterschiedliche Weise geht dieser Newsletter auf diese Pluralität ein.

  • ein Podcast über Donald Trump und der Frage, ob Menschen überhaupt berufen sind
  • eine Predigt, die Trump um Mitgefühl bittet
  • eine fiktive Erzählung über Politik in Anlehnung an das Märchen „Rotkäppchen“
  • Beiträge über Glaube, Unglaube und wie die Bibel richtig zu verstehen ist
  • Beiträge über Christen, die andere diskriminieren, und über Christen, die verfolgt werden
  • und schließlich: Predigten, die für mehr Menschlichkeit eintreten

Und zu guter Letzt darf man nicht jene Länder vergessen, die noch ganz andere Probleme haben und von denen wir immer noch ein falsche Vorstellung haben. Diesmal gehe ich verstärkt auf Ghana ein. Dort kam es auch zur Wiederwahl eines ehemaligen Präsidenten.

Viel Vergnügen beim Lesen.

PS: Noch ein kleiner Hinweis: Mit Ende Feber schließe ich meine Facebook-Seite. Mein Facebook-Profil bleibt bestehen. Du kannst mir zusätzlich auf Instagram, Threads, Bluesky und YouTube folgen.

aus&aufbrechen

Der Podcast für eine offene und kritische christliche Spiritualität

Bild: Der Mensch, die Welt, das Ende - Gespräch mit meiner Tochter

Der Mensch, die Welt, das Ende

Am Ende spreche ich mit meiner meiner Tochter über das Ende … und was davor kommt und was dazu führt. Aber eigentlich überwiegt das Gute. Auch wenns insgesamt bergab geht. Bis zur Ausrottung der Menschheit.

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Bild: Donald Trump: Werden Sünder von Gott berufen?

Donald Trump: Werden Sünder von Gott berufen?

Trump wird von vielen Christen als Wiederhersteller einer christlichen Nation in den USA angesehen. Dabei ist er doch ein großer Sünder, wie viele meinen. Kann er also berufen sein? Und was bedeutet Berufung überhaupt in biblischer Sicht?

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ziellos unterwegs

Der Pilger-Blog

Bild: Schritt für Schritt dem Tiefpunkt entgegen - Teil 1: Internationale Begegnungen

Internationale Begegnungen

Schritt für Schritt geht es jetzt dem Tiefpunkt entgegen. Aber davor gibt es noch einige internationale Begegnungen. Und ich erzähle über Prosecco und die NATO.

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Bild: Schritt für Schritt dem Tiefpunkt entgegen - Teil 2: Spannend ist nicht nur der Weg

Spannend ist nicht nur der Weg

Schildkröte, Tierrettung mit Blaulicht und Übernachtung im Pfarrgarten. Und geht mein Handy ein? Nächste Schritte zum Tiefpunkt.

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Bild: Schritt für Schritt dem Tiefpunkt entgegen - Teil 3: Es geht bergab

Es geht bergab

Wieso kennen eigentlich Italiener keinen scharzen Tee? Keine Ahnung. Ich komme zu einem Nussheiligtum. Und mit einem schmerzenden Fußgelenk kündigt sich der Tiefpunkt an.

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Bild: Schritt für Schritt dem Tiefpunkt entgegen - Teil 4: Der erste Abbruch

Der erste Abbruch

Ich breche ab.

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Was meinst du?

Der Schreib-Blog

Dem Waidmann seine Worte von dem Rotkäppchen seiner Rettung

Dem Jäger wird die Ausmerzung des Wolfes dekretiert. Das führt nicht nur zum Rotkäppchen seiner Rettung. Denn Regina wird zur Frau und der Schultheiß in den Kerker geworfen. Dem „Rotkäppchen“ seine Geschichte aus der Sicht des Waidmanns.

Was lest ihr heraus? Wie versteht ihr den Text?

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Bild: Silas Aufstieg und Untergang

Silas Aufstieg und Untergang

Silas sitzt bei feuchtfröhlicher Stimmung mit seinem Freund im Wirtshaus. So beginnt eine Geschichte, die ich im ersten Entwurf geschrieben habe.

Was lest ihr heraus? Wie versteht ihr den Text?

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Nachfolgend zwei SONDERBEITRÄGE der 5-teiligen Reihe zu meinen gelesenen Bücher 2024

Bild: Gelesene Bücher 2024 - Der Unglaube

Der Unglaube

Ich stelle dir einige Bücher vor, die ich 2024 gelesen habe. Diesmal geht es um das Thema Unglaube und Atheismus.

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Gelesene Bücher 2024 - Bibel richtig verstehen

Bibel richtig verstehen

Ich stelle dir einige Bücher vor, die ich 2024 gelesen habe. Diesmal geht es darum, die Bibel richtig zu verstehen und sich vor falschen Übersetzungen zu hüten.

Siehe dazu auch weiter unten unter „Weitere interessante Links“!

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Wissenswertes aus der Christenheit

Rechtsextreme Christen in der ÖVP?

Im Jänner brachte das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) seinen aktuellen Rechtsextremismus-Bericht heraus. Neben den zahlreichen „Einzelfällen“ aus dem Umfeld der FPÖ, wird dabei auch auf die ÖVP und ÖVP-nahe Kreise eingegangen. Konkret wird die Abgeordnete Gudrun Kugler genannt. Sie wird in das rechtskatholische Lager eingeordnet, dem der Bericht Überschneidungen mit dem rechtsextremen Gruppierungen und Gedankengut konstatiert.

Der Begriff Rechtskatholizismus bezeichnet ein Spektrum innerhalb des politischen Katholizismus, das von konservativen bis hin zu reaktionären und autoritären Strömungen reicht und in bestimmten Bereichen rechtsextreme Tendenzen aufweist. Im Vordergrund stehen dabei nicht individuelle Religiosität oder theologische Fragen, sondern politische Aktivitäten, die häufig im Widerspruch zu demokratischen Prinzipien stehen, wie etwa die Ablehnung der Trennung von Kirche und Staat. Zentrale Anliegen dieser Strömung umfassen die Stärkung des politischen Einflusses der katholischen Kirche in ihrer traditionellen Auslegung, die Ablehnung demokratischer Prinzipien mit einer teilweisen Befürwortung der Monarchie als Staatsform sowie die Ablehnung von Abtreibung, Feminismus und Rechten für Homo- und Transsexuelle. Zudem betonen sie traditionelle Geschlechterrollen und eine strikte Sexualmoral. Es bestehen inhaltliche Überschneidungen und Allianzen mit völkischem Rechtsextremismus, insbesondere durch die gemeinsame Ablehnung einer vermeintlichen „Islamisierung“.

Im Kontext des Rechtskatholizismus werden die österreichischen Politiker Gudrun Kugler und Jan Ledóchowski genannt. Gudrun Kugler, Abgeordnete der ÖVP, zog 2017 per Grundmandat in den Nationalrat ein. Ihr politisches Wirken ist stark von einem konservativ-katholischen Weltbild geprägt. Sie engagiert sich aktiv gegen Abtreibung, LGBTQ+-Rechte und Gender-Mainstreaming und pflegt Verbindungen zu Organisationen und Netzwerken, die für eine traditionalistische, teilweise demokratiekritische Auslegung des Christentums eintreten. Ihr Wahlkampf und politisches Wirken wurden von ultrakonservativen katholischen Kreisen unterstützt. Jan Ledóchowski, der der ÖVP nahesteht, ist Präsident der Plattform Christdemokratie und warb 2020 bei den Wiener Wahlen um Vorzugsstimmen. Er spielt eine führende Rolle in der Plattform Christdemokratie, die für eine stärkere politische Einflussnahme konservativ-katholischer Positionen eintritt, und thematisiert ähnlich wie Kugler die Ablehnung liberaler gesellschaftlicher Entwicklungen. Im Bericht wird er als Teil eines Netzwerks dargestellt, das sich gegen Pluralismus und progressive gesellschaftliche Veränderungen richtet.

In einer Podcast-Episode des FALTER Radios äußerten sich sowohl Gudrun Kugler als auch Jan Ledóchowski zu den Vorwürfen. Kugler betonte, dass ihr Engagement auf ihrem christlichen Glauben basiere und sie sich für den Schutz des Lebens und der Familie einsetze. Sie wies die Anschuldigungen zurück, antidemokratische Positionen zu vertreten, und unterstrich ihre Unterstützung für die demokratische Grundordnung. Ledóchowski erklärte, dass die Plattform Christdemokratie für christliche Werte in der Politik eintrete und dabei demokratische Prinzipien respektiere. Er distanzierte sich von extremistischen Positionen und hob hervor, dass es legitim sei, konservative Standpunkte in gesellschaftspolitischen Debatten zu vertreten.

Gerade erst hat das DÖW in erster Instanz einen Rechtsstreit gegen die FPÖ verloren. Das DÖW hat geklagt, weil es von der FPÖ als „pseudowissenschaftlich“ bezeichnet wurde. Dies scheint zulässig zu sein. Das DÖW betont hingegen seine wissenschaftliche Vorgehensweise bei der Erstellung dieser Berichte.

Der Bericht nennt zudem mehrere rechtskatholische Gruppen und Medien, die in diesem Kontext relevant sind:

Gruppen & Organisationen:

  • Wiener Akademikerbund
  • Okzident
  • Pro Vita
  • Jugend für das Leben
  • Priesterbruderschaft St. Pius X.
  • St. Bonifatius Institut – Verein zum Erhalt der katholischen Tradition
  • Human Life International
  • Christliche Wählergemeinschaft
  • Agenda Europe
  • Citizen Go

Medien & Publikationen:

  • Der 13. (Monatszeitschrift)
  • Neues Groschenblatt
  • gloria.tv (Online-Plattform)
  • kath.net (Online-Plattform)
  • Anderlbote (antisemitische Ritualmordlegenden)
  • ABENDLAND (Quartalsschrift des Ares-Verlags)

Diese Gruppen und Medien werden im Bericht als Teil eines Milieus beschrieben, das konservativ-katholische Werte in oft demokratiekritischer Weise politisch umsetzt.

 

Zum Bericht des DÖW

Zum Podcast FALTER Radios

„Haben Sie Mitgefühl, Mr. President!“

Das Ende der Predigt von Bischöfin Mariann Edgar Budde beim traditionellen interreligiösen Gebetsdienst im Washington National Cathedral am 21. Januar 2025 wurde zu einem viralen Hit. In ihrer Ansprache wandte sie sich direkt an den anwesenden Präsidenten Donald Trump und forderte ihn auf, Mitgefühl und Barmherzigkeit gegenüber gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu zeigen. Sie sagte: „Millionen haben ihr Vertrauen in Sie gesetzt. Und wie Sie gestern der Nation mitteilten, haben Sie die fürsorgliche Hand eines liebenden Gottes gespürt. Im Namen unseres Gottes bitte ich Sie, Erbarmen mit den Menschen in unserem Land zu haben, die jetzt Angst haben.“ Dabei erwähnte sie ausdrücklich LGBTQ+-Gemeinschaften, Einwanderer und Flüchtlinge, die vor Kriegen in ihren Heimatländern fliehen.

Präsident Trump reagierte nach dem Gottesdienst verärgert und bezeichnete Budde auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social als „sogenannte Bischöfin“ und „radikale Linke, die Trump hasst“. Er nannte den Gottesdienst „sehr langweilig“ und forderte eine Entschuldigung von Budde und der Episkopalkirche.

Auf die Forderung nach einer Entschuldigung antwortete Budde: „Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, dass ich um Barmherzigkeit für andere bitte.“ Sie betonte, dass ihre Predigt relativ mild gewesen sei und die Botschaft an den neuen Präsidenten lauten sollte: „Das Land ist Ihnen anvertraut. Und eine der Eigenschaften eines Führers ist Barmherzigkeit.“ Budde hob hervor, dass Einheit Barmherzigkeit, Demut und die Wahrung der menschlichen Würde erfordert und warnte vor Amerikas „Kultur der Verachtung“ sowie den Gefahren polarisierender Narrative.

Buddes Predigt hat eine breite öffentliche Diskussion über die Rolle von Mitgefühl und Barmherzigkeit in der politischen Führung ausgelöst und die Spannungen zwischen religiösen Führern und politischen Entscheidungsträgern in den USA verdeutlicht. Während einige ihre Worte als notwendige moralische Mahnung begrüßten, kritisierten andere sie als unangemessene Einmischung in die Politik. Diese Kontroverse unterstreicht die anhaltenden Debatten über die Trennung von Kirche und Staat sowie die Erwartungen an religiöse Führer, sich zu politischen und sozialen Themen zu äußern.

Für diejenigen, die die vollständige Predigt von Bischöfin Mariann Edgar Budde sehen möchten, ist hier das Video:

Kurzer Hinweis
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Rücktritt von Kardinal Schönborn angenommen

Fünf Jahre, nachdem der Wiener Kardinal Christoph Schönborn zum 75. Geburtstag seinen Rücktritt eingereicht hatte, wurde dieser von P. Franziskus angenommen. Kritik wurde dahingehend geäußert, dass es auch nach fünf Jahren keinen Nachfolger gibt, sondern die Diözese vorläufig durch einen Administrator geleitet wird. Hier die Predigt von Schönborn bei seinem Abschiedsgottesdienst.

Hier noch ein ORF-Podcast mit Paul Michael Zulehner, Helmut Schüller und Doris Helmberger-Flekl zu 30 Jahre Schönborn.

Nordkorea: Höchste Christenverfolgung

Wie jedes Jahr hat auch heuer die NGO Open Doors im Jänner ihren weltweiten Index über die Verfolgung von Christen veröffentlicht. Auf Platz 1 findet sich Nordkorea: Christen werden deportiert und als politische Verbrecher in Arbeitslager gesteckt oder getötet. Die Bibel gilt seit 2020 als verbotenes Buch.

„Die Verfolgung hat – trotz vereinzelter positiver Entwicklungen – gegenüber 2024 erneut an Intensität zugelegt. Weltweit sind mehr als 380 Millionen Christen in 78 Ländern wegen ihres Glaubens intensiver Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt.“ schreibt Open Doors auf ihrer Webseite.

Auffallend findet sich auf Platz 31 auch das „katholische Land“ Mexiko. Hier geht die Verfolgung von kriminellen Gruppen aus, die gezielt Christen ins Visier nehmen, wenn sie sich öffentlich zu Themen wie Kriminalität, Ehe, Familie und Schutz des Lebens einsetzen.

Als einziges europäisches Land findet sich auf der 50 Länder umfassenden Liste die Türkei auf Platz 45. Christen werden vom Staat des Landes verwiesen, selbst wenn sie mit türkischen Personen verheiratet sind. Druck auf Konvertiten, Verweigerung von Arbeitsstellen und Verlust des Erbrechts sind gängige Praktiken gegen Christen.

Die neun Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden sind nach Nordkorea: Somalia, Jemen, Libyen, Sudan, Eritrea, Nigeria, Pakistan, Iran und Afghanistan.

Gesamte Liste mit den Länderdetails

Weltvefolgungsindex 2025 (PDF)

Hier ein Interview mit Monika Chap-Rabenau von Open Doors Österreich:

Brennpunkt Afrika

Ghana: Ein stabiles Land vor massiven Problemen

Jüngst hat Ghana einen neuen, alten Präsident gewählt. John Dramani Mahama war schon von 2012 bis 2017 Präsident, wurde dann aber von Nana Akufo-Addo abgelöst, unter dem er als Vizepräsident fungierte. Nach zwei Perioden durfte dieser nun nicht mehr antreten. Mit Mahama gewann die sozialdemokratisch ausgerichtete Partei National Democratic Congress, die politische Gegnerin von Akufo-Addo. Die neue Regierung steht aber vor massiven Problemen.

Die wirtschaftliche Situation fordert auch Opfer. Das erste, hier genannte ist dabei wohl das harmloseste.

Kathedrale wird womöglich nicht gebaut

Ghanas nationales Kathedralenprojekt in der Hauptstadt Accra steht aufgrund explodierender Baukosten und der angespannten Wirtschaftslage des Landes vor dem Aus. Ursprünglich mit Kosten von 100 bis 200 Millionen US-Dollar veranschlagt, belaufen sich die aktuellen Schätzungen auf 400 Millionen US-Dollar. Mahama kritisierte das Vorhaben als unangemessen und erwägt, das Projekt entweder zu stoppen oder an einen kostengünstigeren Standort zu verlegen. Angesichts einer Inflation von über 22 Prozent und hoher Jugendarbeitslosigkeit steht das Projekt zunehmend in der Kritik. Finanzminister Cassiel Ato Forson kündigte an, keine öffentlichen Gelder mehr für den Bau bereitzustellen. Bisher wurden bereits 58 Millionen US-Dollar aus staatlichen Mitteln investiert, obwohl die Finanzierung ursprünglich durch private Spenden erfolgen sollte.

Galamsay: Umweltzerstörung und Abhängigkeiten

In letzter Zeit wird vermehrt auf den illegalen Goldabbau in Ghana hingewiesen. Diese kleinen, informellen Goldabbauoperationen werden „Galamsay“ bezeichnet. Dieser umgangssprachliche Ausdruck setzt sich aus den Wörter gather (sammeln) und sell (verkaufen) zusammen.

Dieser informelle Bergbau hat erhebliche ökologische und soziale Auswirkungen, darunter die Verschmutzung von Flüssen und die Zerstörung von Wäldern. Die Episode diskutiert die Herausforderungen, vor denen die ghanaische Regierung steht, um dieses Problem zu bekämpfen, sowie die wirtschaftlichen Abhängigkeiten, die viele Menschen in Ghana zum illegalen Goldabbau treiben. Es werden verschiedene Perspektiven beleuchtet, einschließlich derjenigen der betroffenen Gemeinschaften, der Regierung und von Umweltschützern. Die Diskussion zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für die Komplexität des Themas zu vermitteln und mögliche Lösungsansätze zu erörtern.

Kinderarbeit im Kakaoanbau

Ghana gehört zu den größten Kakao produzierenden Ländern der Welt. Kakao ist eine der Hauptquellen für Deviseneinnahmen. Der Kakaosektor bietet Millionen von Menschen in ländlichen Gebieten Arbeitsplätze, sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Verarbeitung und dem Export.

Die ORF-Sendung „Orientierung Spezial“ vom 5. Januar 2025 mit dem Titel „Bittersüße Schokolade – Kinderarbeit in Ghana“ beleuchtet die problematischen Bedingungen im Kakaoanbau in Ghana. Obwohl die Preise für Schokolade in Europa steigen, profitieren die Kakaobäuerinnen und -bauern in Ghana nicht davon. Viele von ihnen leben in Armut, was dazu führt, dass Kinderarbeit weit verbreitet ist. Die Sendung untersucht die Hintergründe dieser Missstände und diskutiert mögliche Lösungsansätze, um die Situation der Betroffenen zu verbessern.

Großbrand am größten Markt

In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 2025 zerstörte ein verheerender Brand den Kantamanto-Markt in Ghanas Hauptstadt Accra, Westafrikas größten Markt für Second-Hand-Kleidung. Etwa 75 Prozent des Marktes, einschließlich rund 2.500 Ständen, wurden durch das Feuer vernichtet. Die genaue Brandursache ist noch unklar; erste Untersuchungen deuten auf fehlerhafte elektrische Anschlüsse hin, doch auch Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. Trotz des enormen Schadens begannen die betroffenen Händlerinnen und Händler bereits kurz nach dem Brand mit den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau, um ihre Existenzgrundlage schnellstmöglich wiederherzustellen. Der Kantamanto-Markt spielt eine zentrale Rolle im Handel mit gebrauchten Textilien in Westafrika und bietet für etwa 30.000 Menschen eine Lebensgrundlage.

Kritiker:innen meinten, dass die 13 Löschfahrzeuge mehr damit beschäftigt waren, den Brand nicht auf die angrenzenden Banken überschlagen zu lassen, als die Stände zu retten.

Wissen die, welche Zeit gerade ist?

Ed Sheeran hat kürzlich angekündigt, dass er nicht an der Neuauflage des ikonischen Songs „Do They Know It’s Christmas?“ teilnehmen wird, die anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Originals geplant ist. Diese Entscheidung hat erneut eine Debatte über die Relevanz und die Auswirkungen des Songs ausgelöst, die bereits seit seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1984 geführt wird.

Im Jahr 1984 wurde „Do They Know It’s Christmas?“ von Bob Geldof und Midge Ure ins Leben gerufen, um auf die verheerende Hungersnot in Äthiopien aufmerksam zu machen. Der Song vereinte zahlreiche prominente Künstler und wurde schnell zu einem weltweiten Hit, dessen Erlöse der humanitären Hilfe in Äthiopien zugutekamen. Die Absicht war klar: Soforthilfe leisten und das Bewusstsein für die Notlage der Menschen in Äthiopien schärfen.

Trotz der guten Absichten des Projekts gab es erhebliche Kritik an der Darstellung, die der Song und die begleitende Kampagne von Afrika und seinen Menschen vermittelte. Kritiker bemängelten, dass der Song stereotype Bilder von Afrika als einem Kontinent des Hungers und der Not verstärkte. Diese vereinfachte Sichtweise ignorierte die Vielfalt und die positiven Aspekte der afrikanischen Kulturen und Gesellschaften. Zudem wurde argumentiert, dass solche Darstellungen die Komplexität der Probleme in Äthiopien und anderen afrikanischen Ländern nicht angemessen widerspiegelten.

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass kurzfristige Hilfsaktionen wie diese nicht die zugrunde liegenden strukturellen Probleme angehen, die zu Hunger und Armut führen. Anstatt nachhaltige Lösungen zu fördern, könnten solche Aktionen dazu führen, dass die internationalen Gemeinschaften sich auf einmalige Spenden verlassen, ohne die notwendigen langfristigen Veränderungen zu initiieren.

In Reaktion auf die anhaltende Kritik hat Bob Geldof betont, dass der Hauptzweck des Songs darin bestand, auf die humanitäre Krise aufmerksam zu machen und sofortige Hilfe zu leisten. Er argumentiert, dass in Krisensituationen schnelles Handeln von entscheidender Bedeutung ist, auch wenn dies nicht alle langfristigen Herausforderungen löst.

Kurzmeldungen

Kenia: Weltraumschrott fällt vom Himmel

In Kenia ist ein Metallring mit 2,5 Metern Durchmesser vom Himmel gefallen. Vermutlich handelt es sich um einen Teil einer Raketenstufe.

Hier mehr Infos und hier mit Video in englischer Sprache

Sambias Stromkrise

Sambia leidet seit einiger Zeit unter einer Stromkrise. Verursacht wird diese durch klimatische Bedingungen, veraltete Infrastruktur und wirtschaftliche Herausforderungen. Viele Haushalte erhalten nur einige Stunden Strom pro Tag, während Unternehmen mit Produktionsausfällen kämpfen und Bildungseinrichtungen beeinträchtigt werden.

In Sambia hat sich in den letzten Jahren eine wachsende Tech-Startup-Szene entwickelt, die von einer jungen, technikaffinen Bevölkerung und einer zunehmenden Verbreitung von Internetzugang und Mobiltelefonen profitiert. Diese wird durch die gegenwärtige Situation im globalen Wettbewerb erheblich beeinträchtigt.

Um die Krise zu bewältigen, plant die sambische Regierung, die Energiequellen zu diversifizieren, internationale Partnerschaften einzugehen und Reformen im Energiesektor durchzuführen.

Hier ein Reportage (Podcast)

Schulkrise in Mali

Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ warnt vor einer Bildungskrise in Mali, da die Regierung plant, den Gehaltszuschuss für Lehrer an katholischen Schulen zu streichen, was die Bildungseinrichtungen in eine schwierige Lage bringt. Diese Schulen sind wichtig für den christlich-islamischen Dialog, da 80 Prozent der Schüler muslimischen Glaubens sind und die Schulen für ihre Unterrichtsqualität geschätzt werden. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten hat der Staat seine Verpflichtungen nicht erfüllt, was die Schulen zwingt, Schulden aufzunehmen, um ihre Lehrer zu bezahlen, und nun droht die Unsicherheit über die Zukunft der Schulen.

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