Bevor ich über die Nacht erzähle, muss ich nochmals ein paar Informationen wiederholend zusammenfassen:
1. Ich hatte ein Ladekabel, dass schon sehr schlecht geladen hat. Das vollständige Laden hätte 11 Stunden gedauert. Wenn ich kein neues Kabel bekommen würde, würde mir auch mein zweiter Akku und die Powerbank nicht helfen.
2. Denn auf den nächsten Etappen, die über Hügel und Berge verlaufen, werde ich auch kein Geschäft finden. Womöglich nicht einmal ein Lebensmittelgeschäft.
3. Im Dorf feiert man drei Tage Pfarrfest. Klingt jetzt nicht sehr aufregend. Ja, klingt nicht danach …
Ich lag also da, mitten in der Natur.
Da blinkt etwas … und da auch. Was ist das?
Ich höre Rascheln, ich höre Schritte.
Ich versuche, mit dem wenigen Akku mir die Strecke des nächsten Tages anzusehen? Komme ich an Lebensmittelgeschäften vorbei?
Da blinkt es schon wieder.
Schritte.
Und da: Lautes Trommel aus dem Dorf. Laute Musik. Falscher Gesang.
Scheiß Kabel. Da lädt nix. Fast kein Akku mehr.
Blicken
Schritte
Lärm vom Dorf.
Ich versuche zu schlafen. Geht nicht. Scheiß Lärm.
Innerlich zieht sich alles zusammen. Ich werde grantiger und grantiger.
Der Tag war auch Scheiße. Wozu gehe ich eigentlich? Der Tag war langweilig. Einfach nur gehen. Es tat sich eigentlich nichts.
Blinken
Schritte
Lärm
Wer soll das aushalten?
Es reicht!
Ich packe meine Sachen zusammen und gehe in das Dorf zurück. Wo es ein Pfarrfest gibt, gibt es auch Bier und das will ich jetzt trinken.
Am Rand des Dorfes sehe ich die Trommler, die wirklich toll getrommelt haben. Wahrscheinlich fürs Pfarrfest und jetzt packen sie gerade zusammen.
Ich komme zum Schauplatz des schlechten Gesangs. Alles klar. Eine Karaoke-Show für Kinder und Jugendliche. Sie geht schon dem Ende zu. Es ist ja auch schon fast Mitternacht. Ich sehe nicht, wie man da etwas zum Trinken bekommt. Also gehe ich in die Bar.
Dort nehme ich mir ein Bier und setze mich auf die Bank vor der Bar. Da sind auch einige mittelalterliche, angetrunkene Italiener:innen und unterhalten sich.
So vergeht die Zeit. Zwei Bier und mehr als zwei Stunden später sind dann alle weg und der erste Tage des Pfarrfestes beendet. Ich packe meine Sachen und gehe zum Bahnhof, der allerdings nicht mehr befahren wird.
Aber es befindet sich dort eine Bank. Und auf der lege ich mich schlafen. Nur ein paar Stunden. Denn um 5 Uhr stehe ich schon wieder auf. Und sich setze den Entschluss um, den ich heute Nacht getroffen habe. Dazu das nächste Mal mehr.
Ach ja, und das Blicken? Das waren Glühwürmchen, die in dieser Gegend stroboskopartig blinken und nicht durchgehend leuchten.
Wie geht es mit mir weiter. Dazu mehr im nächsten Beitrag.


